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Sonntag, 20. Dezember 2015

Tu ma lieber die Möhrchen

Liebe Schnitzelfreunde,
hier ist er, der unweihnachtlichste Vorweihnachtspost vonne Welt. Ich weiß ganz genau, wie ich's hinbekommen habe, und ich nehme alle Schuld auf mich: Spekulatius, Zimtsterne, Lebkuchen, Freunde und Anverwandte müssen draußen bleiben. Weil ich's übertrieben habe. 

Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich letztes Jahr kurz vor Silvester plötzlich merkte: hömma, du hast gar keine Plätzchen gebacken in 2014. Nicht eine einzige Sorte! Und obwohl mir sowas normalerweise am Popo vorbeigeht und ich mich mit einer Packung Sterne, Herzen, Brezeln fröhlich über Wasser halte, hatte sich da was im Köpfchen festgesetzt. Dieses Jahr ging es rund. Kompensation. Vanillekipferl, Zimtsterne, Zitronendinger, salzige Orient-Cookies und Haferflockenmürbchen. Die Küche war nur noch für diese eine Aktivität vorgesehen. Backen, backen und nochmal backen. Und es war mir auch egal, dass ich das alles gar nicht essen konnte. Öh, doch, schon. Eher wollte. Wozu hat man Freunde, Familie und Kollegen?

Dass es letztes Wochenende dann auch noch selbstgemachte gebrannte Mandeln und schicken Gewürzkakao gab, das erzähl ich lieber gar nicht. Muss ich auch nicht. Das ist fast alles unterwegs nach Frankreich, Düsseldorf, Berlin und hastenichgesehn. Man will schließlich nicht alleine dick werden, ne? Share the love. Und die Kalorien gleich mit dazu.

Und jetzt habe ich echt keine Lust mehr auf Zucker oder mächtige Gerichte. Also gibt's Möhrchen. Viele, viele bunte Möhrchen. Die leg ich mir auch untern Tannenbaum. Mehr braucht's dieses Jahr nicht. Bin schon fertig mit Weihnachten. Danke.


Was gelernt?
Timing ist nicht so mein Ding.
Möhrchen schon. 

Montag, 30. November 2015

Do it doch einfach yourself
Adventskalender aus Fruchtzwergen

Liebe Schnitzelfreunde,
mir ist ja immer noch n bisskn schlecht, ne? Vor gut einer Woche fiel mir plötzlich auf, dass wir echt schon wieder kurz vor Heiligabend stehen und jetzt dieses ganze Gerenne losgeht und überhaupt und haben wir denn genug Zeit, um Geschenke zu suchen und finden, ach nee und ich möchte doch unbedingt noch einen Adventskalender basteln mit zwei Dutzend tollen Minigeschenken und klappt das denn überhaupt alles noch ...STOOOP!


Den Quatsch sparen wir uns dieses Jahr ausnahmsweise mal. Dieses Jahr, das ich im Januar als "Year of WHOOSH!" eingeläutet hatte. Da war ich noch felsenfest davon überzeugt, dass 2015 total supergut würde und es die Auswahl an oberaffengeilen Ereignissen einfach machen würde, den Blick auf die guten Dinge zu richten. Joah, lief dann doch alles ein bisschen anders, ne? Jetzt habe ich verstanden, dass "WHOOSH!" das Geräusch ist, das die Klospülung macht. Und mich einfach damit abgefunden. Das Leben tut manchmal, was es will. Widerstand zwecklos. Das Jahr sollte ein anstrengendes werden, und ich will jetzt dafür sorgen, dass es wenigstens friedlich und entspannt endet.

 
Aber für mich als kleinen Dickkopf, der ich nunmal bin, bedeutet das auch weiterhin: Kalender basteln. Nur in einfach und ratzfatz. Das sieht dann im Schnitzelhaushalt so aus:

"Franzose, wir müssen einkaufen gehen. Ich brauche 24 Fruchtzwerge!"
"...?"
"Das wird super, wirst schon sehen."
"Oje."
"Kannst du 12 Fruchtzwerge in zwei Tagen essen?"
"Oh. Äh, oje."
"Also, eigentlich 14, denn zwei davon sind Riesenfruchtzwerge."

War dann ein bisschen schwierig. Das gebe ich gerne zu. Letztendlich hat der Kalender daher auch nur 19 Türchen. Weil uns eben, wie oben schon angedeutet, irgendwann die Frischkäsezubereitung zu den Ohren wieder rauskam. Was man dann tut, ist Folgendes: Man redet sich was ein. 19 ist das neue 24 und dergleichen. Aber schick ist er geworden. Überraschend schick. 


Leere Fruchtzwergebecher, Zahlen aus dem Etikettiergerät und ein Flammkuchenbrettchen. Mehr braucht man nicht, das verdient noch nicht einmal die Bezeichnung 'do it yourself' und ist in 5min gemacht. Als einzigen wirklichen Tipp möchte ich euch allerdings noch mitgeben: füllt die Fruchtzwergebecher mit Bonbons, die keine Flügelchen haben. Oder mit anderen Leckereien, die sehr kompakt sind. Sonst sieht der Kalender aus wie Kraut und Rüben. 


Wie bei mir eben. Die Becherchen heben ihre Popos in alle Richtungen und jedes Türchen wirkt plötzlich wie eine Schildkröte oder ein Einsiedlerkrebs, der unter seinem Haus hervorlugt, kurz die Lage checkt und gleich wegkrabbelt. Macht aber nix. Habt eine schöne Vorweihnachtszeit, alle miteinander!

Was gelernt?
Ich mag Fruchtzwerge.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Steh uns bei. Jetzt legt sie doch noch los.
Die Weihnachtsoffensive.

Liebe Schnitzelfreunde,
einen heimeligen, teelastigen, plätzchenknusprigen vierten Advent wünsche ich euch! Jetzt dauert es wirklich nicht mehr lange, bis wir alle mit dicken Knödelbäuchen und roten Wangen unterm Tannenbaum liegen, um die glitzernden Kugeln von unten zu betrachten und gegen die Lamettasträhnchen zu pusten. Jajaja, früher war mehr Lametta, schon gut. Egal, ich freu mich drauf! Obwohl Weihnachten für mich schon halb vorbei ist. Das hat nichts mit Pessimismus, Erschöpfung oder Lustlosigkeit zu tun, sondern ist schlicht und einfach der Tatsache geschuldet, dass Franzose und ich gestern aus gutem Grund den ganzen Tag über versucht haben, uns die volle Dröhnung zu geben. Mit Erfolg, möchte ich behaupten. Und das ist sehr super so. Jetzt sitzt er nämlich im Zug und zuckelt Richtung Heimat. Da kann ich ab sofort gucken, wie ich hier alleine weiter vor mich hin feiere. Prost! Bisher schlage ich mich überaus wacker und habe eine halbe Packung Kekse verdrückt, im Hintergrund dudelt Wintermusik, ein Ozean aus weißen Kerzen (gut, 4 Stück nur) erhellt das Wohnzimmer und die ein oder andere Bastelei/Sauerei wartet auch noch auf mich. 


Die vielen Weihnachtskarten wollen endlich, endlich geschrieben und verschickt, Geschenke müssen in feines Papier verwickelt und geschlagen, Zimttee möchte gebraut werden, und ehrlich gesagt habe ich auch einfach riesige Lust, zur Ruhe zu kommen und ein paar schicke Tage mit meiner Familie zu verbringen. Vor allem nach dem gestrigen Gewimmel, obwohl es am Ende sehr kuschelig und besinnlich war. Irgendwie standen wir doch kurz vorm Weihnachts-Overkill samt Zimtsternen, Kunstschnee, Weihnachtsmarkt und -menü UND sogar -geschenkeaustausch. Ein Gutes hatte die Aktion allerdings trotzdem: Jetzt ist sie da, die Stimmung. Oh, du Fröhliche!

Ein paar vorweihnachtliche Eindrücke und Momente habe ich festgehalten und möchte sie euch auch zeigen. Und dann verziehen wir uns alle wieder auf die Couch, nech? Oder besuchen ehemalige französische Kollegen, um uns den Bauch mit authentischen, hausgemachten Crêpes vollzuschlagen! Ooohhh, mmmhhh... Meine Güte, bis vor zwei Jahren waren die Worte "schlemmen" und "Fresskoma" nicht in meinem aktiven Wortschatz zu finden. Das hat sich wohl geändert und wird vermutlich böse enden. Wurscht.


Diese Baumhängerchen - für mich eine absolute Kindheitserinnerung - stammen vom Flohmarkt und haben nur 3,50€ gekostet. Nicht pro Stück, sondern in einer großen Schachtel mit sagenhaften 21 Teilen. Yeah! Es ist mittlerweile wirklich lustig anzusehen, wie sich sogar die Verkäufer dort aufs Fest einstimmen und Anfang Dezember plötzlich Baumschmuck, Strohsterne und überdimensionierte Holzschneemänner von vor vierzig Jahren beiläufig aus den Kisten ziehen, um sie in die erste Reihe zu schubsen.

Das kleine Winterwunderland auf dem letzten Bild ist übrigens gestern noch in einer Hauruckaktion entstanden. Kunstschnee und windschiefe Minitannen stammen von Depot. Ich bin etwas verschossen. Schwierig ist nur, die Kerzen so auszupusten, dass der Schnee im Stern liegenbleibt. Hmz. Ihr wisst, was ich meine. Wie Wohnzimmertisch und -teppich gestern aussahen, als ich arglos in Richtung Kerzen blies... Schneegestöber! Hui! Uh. Na ja, dann ist halt Winter in der Wohnung, das hat auch was.

Was gelernt?
Kunstschnee mag keinen Wind. 
Wirklich nicht.

Freitag, 19. Dezember 2014

Weihnachtswunschliste.

Liebe Schnitzelfreunde,
wenn ich so auf anderen Blogs herumklicke und locker durch die Posts mausiere und rolle, bleibe ich recht oft an diesen Collagen hängen. Irgendwas ist mit denen. Die machen und sprechen mich an. Da kribbelt's. Habt ihr das auch? Deshalb wollte ich heute, ein wenig aus Neugier, selbst mal eine zusammenstellen. Einfach mal schauen, ob das klappt und wie man so etwas überhaupt angeht. Vor allem als Schnitzel - als jemand ohne Photoshop auf dem PC, ohne fancy Fähigkeiten in den Fingerspitzen und leider auch ohne elefantengroße Technikaffinität in Geist und Hirn. Aber wenn wir die Sache mit der gebotenen Vernunft betrachten, kommen wir doch zu folgendem Schluss: Meistens gibt es mehr als nur einen Weg, die Dinge anzugehen und denn letztendlich auch fertigzustellen. Und wenn man sich ein wenig Mühe gibt, also Tränen, Schweiß und Hirnschmalz investiert, dann ist unter Umständen sogar das Ergebnis ein gutes. Kann ja auch nicht sein, dass ohne Photoshop alles nichts ist. Nicht wahr. Wo kämen wir denn da hin, Herrschaften? Eben. Hallelujah.

Einen zweiten, sicher viel besseren Grund für diesen Post gibt es natürlich auch. Da ja bald Weihnachten ist, kommt dem ein oder anderen von euch so eine weitere Collage (jaaa, na gut, die fünfhundertste) vielleicht noch ganz gelegen. Für den allerletzten, noch dringend benötigten Geistesblitz zum Fest der Liebe. Wer weiß?! 

Verrückt wäre das. Wir versuchen das jetzt mal zusammen.



1. Rucksack Fjällräven Kanken in der Farbe "Fog"
2. Drink Up Intensive Overnight Maske
3. Pendelleuchte in Kupfer
4. Lebensbejahender Motivschnitt in Holzoptik
5. Vollmond als Uhr, muss leider selbst gebastelt werden
6. The Green Kitchen Kochbuch ohne Tiere
7. DVD-Pack Loriot - Die Spielfilme
8. Fröhliche Bommelmütze


Das seht ihr jetzt nicht, aber ich klopfe mir selbst anerkennend auf die Schulter. Was ihr auch weder sehen noch wissen könnt: Es dauert EWIG, eine Collage zu erstellen. Zumindest im Hause Schnitzel. Ohne Photoshop. Zu Fuß. Mit dem Arm an der Hand. Das überlegen wir uns nochmal, ob das wiederholt wird. Allerdings mit einem Lächeln auf den Lippen... Denn das Ergebnis kann sich ja sehen lassen. 

Habt ihr denn schon alle Geschenke zusammen? In wahnsinnigen fünf Tagen ist ja schon Heiligabend. Herrjeh. War nicht vorgestern erst Herbstanfang? Leider habe ich dieses Jahr den Weihnachtsmarkt nur zweimal bewandert und irgendwie ü-ber-haupt keine Zeit gefunden, um Plätzchen zu backen. Das macht sich gerade bemerkbar. Mir fehlt die Weihnachtsstimmung. Darum verabschiede ich mich flugs, wühle in der virtuellen Weihnachtsmusikschatulle und tippe auf Pinterest noch einmal "Weihnachten", "christmas", "kerst" und "navidad" ins Suchfeld, und dann wird das schon. Nebenbei Kerzchen und Tee, sehr dringend.


Was gelernt?
Weihnachten findet wohl vorrangig im Kopf statt. Augen, Nase und Ohren können aber nachhelfen. Und: ich habe wirklich ein Herz für Collagen! Hach.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Auch Schneemänner müssen mal groß.
Und: Chronik eines Adventsonntags.

Liebe Schnitzelfreunde,
mein Name ist Mareike und ich möchte heute in der heimeligen Vorweihnachtszeit über ein brisantes Thema mit euch sprechen. Verstopfung. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man im ersten Absatz eines Posts dringend die wichtigsten Stichworte unterbringen soll. Das klappt ja hier immer hervorragend. Nämlich überhaupt nicht. Aber heute wird alles anders. Verstopfung also. Bös, arg und fies. Wir könnten das auch noch anreichern mit: Unwohlsein, Völlegefühl, Darmträgheit und, hm, vielleicht sogar Obstipation. Das ist das kluge Wort für Verstopfung. Kannte ich vorher auch nicht. Aber man will hier ja seinem Bildungsauftrag nachkommen, nech? Und bevor ihr jetzt alle angewidert von dannen eilt, obwohl es sich um ein vollkommen natürliches, menschliches Problemchen handelt, das uns alle etwas angeht (provokant, nicht wahr?), kriegen wir hier gemeinsam die Kurve und reißen das Ruder mit vereinten Kräften mehr als nur rum, versprochen. Erstmal ein Bild vom eigentlichen Thema, um meine friedlichen Absichten zu demonstrieren.


Ich weiß nicht, wie es euch dabei geht, aber mich amüsiert das sehr. Mein ehemaliger Vorgesetzter hatte mich auf diese Idee gebracht. Hallo Herr F., übrigens! Mal wieder glaubte ich, was einmalig Dolles gefunden (bekommen) zu haben, auf das die Welt gewartet hat. Und dann, tja, dann klickte ich auf Pinterest herum - ein Fehler. Wie so oft wurden meine Illusionen jäh zerstört. Schneemannköttelchen, wohin man blickt. Na toll. Gut, mit dem Alter kommt die Weisheit. Man lernt, mit frustrierenden Situationen umzugehen und ihnen die Stirn zu bieten. Oder ihnen, wie in diesem Fall, die Tic-Tac-Dose an den Kopf zu werfen. Einfach mal so tun, als wär nix gewesen. Auf beiden Augen blind. Nur weil jemand anderes oder eben hundert andere die Idee schon früher hatten, wird die Idee selbst ja nicht schlechter.


Wer's nachbauen mag, um es dann an seine Mitmenschen zu verschenken, der wird nicht sonderlich viel Arbeit mit den Döschen haben. Ihr kauft ein oder zwei Dosen Tic Tac, die ihr wie gewohnt vor Kopf an diesem fiesen "Kauf mich!"-Stand vor den Supermarktkassen findet. Die Produktsticker auf den Dosen lassen sich zum Glück rückstandsfrei entfernen. Was war ich da erleichtert! Dann entscheidet ihr euch für einen Streifen Tonkarton in einer euch genehmen Farbe. Weiß sollte es vielleicht nicht unbedingt sein, da käme der Schneemann ja kaum zur Geltung. Ähnliches gilt für die Breite des Streifens. Lasst ihn nicht die gesamte Fläche bedecken, das versteckt dann nur unsere Hauptkomponente. Wär doch schade.


Es folgt ein wenig Fummel- und Knibbelarbeit. Mit streifig zugeschnittenem Teppichklebeband lässt sich der Tonkartonstreifen bestens ums Döschen schmiegen. Die Kanten sind so kein Problem mehr. Ein Traum. Dann geht's endlich an den größten Spaß - die Kreation des Schneemanns samt aussagekräftigem Gesichtsausdruck. Den kann man super minutenlang vorm Spiegel üben und sich so zum Horst machen, wenn jemand reinkommt und fragt, ob alles okay sei... "Ja, ja, alles gut. Ich muss nur kurz checken, wie der Schneemann guckt, wenn's auf dem Klo mal nicht so gut läuft." Tja. Versteht nicht jeder.


Die Köpfe habe ich mithilfe diverser Kleingeldstücke kugelrund hinbekommen und dann an einer Seite gestutzt, weil's besser aussieht, wenn der Schneemann von unten ins Bild rutscht. Da kann man sich wenigstens noch einen Körper dazudenken. Einen feschen Zylinderhut dazu, eine winzig kleine Karotte (immer noch alles mit doppelseitigem Klebeband befestigt), und die vor Anstrengung zusammengekniffenen Augen solltet ihr ja vorher ein bisschen geübt haben und dann einfach mit einem schwarzen Stift direkt ins Schneemanngesicht zeichnen. Alles halb so wild. Damit der Beschenkte hinterher überhaupt weiß, was der Quatsch soll, könnt ihr noch einen quirligen kleinen Geschenkanhänger dazupacken, auf dem mit ernsten Worten verkündet wird, dass es sich hier definitiv NICHT um erfrischende Pfefferminzbonbons handelt.


Ja, das war's dann auch schon. So eine Portion Schneemannköttel macht sich wirklich gut als kleine Beigabe zum Weihnachtsgeschenk und kann für den ein oder anderen Schmunzler sorgen.

In gewohnt abrupter Manier beende ich das eine Thema und komme geschwind zum nächsten: meinem Protokoll der Ereignisse eines längst vergangenen Adventsonntags, denn der zweite Teil des Titels möchte auch erfüllt werden... Seltsame Dinge trugen sich vor, in und um dieses Haus herum zu. Um euch kurz einen Überblick zu geben: Es war der erste Advent, wir hatten beschlossen, keinen Fuß vor die Tür zu setzen und schlawienerten in Puschelklamotten zwischen Couch und Küche hin und her. Und: unser Haus steht vor einer dicken, fetten Kirche, die man hervorragend vom Küchenfenster aus beobachten kann. Das ist nicht so langweilig wie man vielleicht meinen könnte. Sollten wir hier wohnen bleiben, werde ich ganz sicher mal zu einer dieser Ommas, die am Fenster hängen und die Welt betrachten. Aber ganz, ganz sicher.



Küchenprotokoll vom 30.11.2014

- stehe in Küche und backe; werfe ab und zu Blick aus Fenster und sehe zu, wie kirchlicher Weihnachtsmarkt aufgebaut wird
- Pfarrerin in Magentarobe schreitet plötzlich aus Kirche; sieht wild entschlossen aus, fuchtelt einladend mit Armen und bleibt einfach auf Bürgersteig stehen
- frage mich, was jetzt wieder los ist; knete Teig
- Grüppchen von 12 pudelbemützten Christen reiht sich fein auf und blickt Magentapfarrerin erwartungsfroh an
- werde neugierig; öffne Fenster
- Grüppchen beschließt nach viel Gemurmel lautstark, Licht der Hoffnung zu werden und schüttelt einander die Hände
- blicke auf meine unheiligen Orientkekse und denke an Schneemannkötteldosen; empfinde Stilbruch und tiefe Kluft zwischen hier und dort
- Magentapfarrerin verteilt Oblaten auf Bürgersteig
- habe genug gesehen und gehört; Neugier befriedigt; schließe Fenster wieder 
- weiterbacken
- es klingelt an der Tür
- weigere mich, im Pyjama zu öffnen; Franzose drückt Türsummer und beschließt erst dann, sich ebenfalls zu weigern; Grund: unzureichende Deutschkenntnisse
- was wir haben? Salat; den
- unbekannte Frau erscheint in Hausflur, wird abwechselnd durch Türspion beäugt und für verdächtig gehalten
- Frau wieselt rastlos zwischen unserer + Tür der Nachbarin hin und her, wirkt unschlüssig
- Franzose und ich hören auf zu atmen
- Rückzug; dann Diskussion in Küche, um Identität der ominösen Frau zu eruieren
- Franzose ist überzeugt, das sei meine Schuld; Dame käme sicher "vom Blog"; is klar
- wende mich kopfschüttelnd ab und zehenspitzle zurück zur Tür
- luge erneut durch Türspion; Schockschwerenot; Frau starrt Tür an, oder mich?!
- lasse mich geräuschvoll zu Boden fallen + robbe zurück in Küche

Ich denke, wir müssen umziehen.




Was gelernt?
Ich weiß auch nicht...
Aber am nächsten Morgen fand ich eine Zellophantüte mit selbstgebackenen Brownies neben der Tür. Alles sehr mysteriös. Franzose meinte 4 Tage lang, die könnten vergiftet sein. Am 5. Tag stand er dann aber mampfend in der Küche. Es tue ihm so leid wegen all der Liebe, die doch sicher in den (plötzlich nicht mehr vergifteten?) Brownies stecke. Hach ja. Plemplem.

Sonntag, 9. November 2014

Rein damit in den Adventskalender!
Kleine, feine Geschenkvorschläge

Liebe Schnitzelfreunde,
Versprechen soll man ja halten. Darum runde ich heute gewissenhaft die Adventskalenderserie ab (ja, na ja, ich weiß, zwei Posts machen noch keine Serie) und gebe euch ein wenig Starthilfe. Es folgen ein paar locker arrangierte Produktplatzierungen, für die ich leider nicht bezahlt werde. All diese kleinen Dinge hier könntet ihr in eurem Adventskalender unterbringen, wenn die einzelnen Türchen ungefähr die Größe einer Asia-Nudelbox hätten. Ich bin heute sehr subtil unterwegs, nicht wahr? Baut den Kalender nach!


- die im letzten Post erwähnte schwarze adidas-Tasche
- zwei Notizblöcke oder -büchlein von HEMA
- ein 8er-Pack Textmarker
- eine Bügelflasche von Butler's (für Chai-Sirup, Gewürze dazu)
- tube laces, rote Schnürsenkel
- Buch "Le petit Nicolas" vom Flohmarkt, 2€


- ein Bilderrahmen aus Aluminium von HEMA
- eine kleine Garnrolle Baker's Twine von Nanu Nana
- toller Zimttee von YogiTea
- eine lustig bemalte Wäscheklammer
- Pfefferminzbonbons in einer Kassettendose
- die Lakritzkrümeldinger, die mein Franzose so mag
- ein Notizbuch "Little Notes of Giant Ideas" mit Wal drauf
- ein Schaumschwammding von dm


- ein Reiseset für Kurztrips nur mit Handgepäck
- das ein oder andere Röllchen masking tape
- ein Paar Wollsocken von H&M
- ein kleiner Türknopf von Zara Home
- ein Büchlein "Miss Sturkopf" (nein, ich weiß nicht, was das soll)
- Jonglierbälle, weil's im Sommer auf der Wiese so viel Spaß macht
- Briefmarken für Weihnachtskarten in Richtung Frankreich

Auf meiner Liste der möglichen Geschenke stand noch so viel mehr. Ein paar der Dinge auf den Bildern befanden sich letztes Jahr auch gar nicht im Kalender, wurden aber heute für gut und uneingeschränkt fotogen befunden, und andersherum. In lockerer Reihenfolge hier also noch ein paar zusätzliche Anregungen ohne visuelle Unterstützung: Schlüsselanhänger, Tüte Pudding zum Aufkochen, ein Glas Cornichons (dummer Insider, lasst das weg), Lesezeichen, Schokonikolaus, Überraschungsei, Prodüktchen von dm, ominöse Duftzäpfchen für den Staubsauger, Sommerblumensamen, Magnet, Gewürzmandeln, Konfetti im aufgeblasenen Luftballon, Kartenspiel, Essstäbchen, Wunderkerzen und wenn ihr dessen mächtig seid, gerne auch etwas Gestricktes. Was ich auch gerne gemacht habe, wenn ein Geschenk etwas teurer, aber einfach zu gut war, um es aufzugeben: zum Budget-Ausgleich auf den Flohmarkt gehen und einfach mal staunen, was für tolles Zeug man für nur 1-2€ bekommen kann. Und wenn es ganz schlimm wird, weil dieses eine T-Shirt für 6€ im Sonderangebot der Wahnsinn ist und jetzt wirklich unbedingt in den Kalender gehört, na, dann wickelt ihr zur Deeskalation Washi Tape um Teelichter oder schreibt irgendetwas enorm Großartiges auf einen Zettel oder verschenkt eine Nachtwanderung mit Taschenlampe. Das muss alles nicht viel kosten. Wir sind doch flexibel! Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe schon wieder richtig viel Lust auf diesen Adventskalender. Auch, weil sich der Blickwinkel so sehr verschiebt und man irgendwann nur noch den 3-Euro-Blick hat, wenn man unterwegs ist. Attacke!


Fürs kommende Jahr und die kommenden Kalender:
- weiße Papiertüten, gehalten von Wäscheklammern
- Briefumschläge, an der Wand zur Tannenform arrangiert
- Blechdosen in Schwarz und Weiß
- angesprühte Smoothie-Fläschchen


Was gelernt?
  Ich brauche öfter Weihnachten! Dringend.

Freitag, 7. November 2014

Do it doch einfach yourself.
Adventskalender aus Asia-Nudelboxen

Liebe Schnitzelfreunde,
spürt ihr es auch schon? Das Kribbeln? Die Vorfreude, die sich da langsam aber sicher anbahnt? Bald geht es wieder los. Kerzen an, Teechen, Tannennadelduft. Kurz: Weih-nach-ten! Steht doch quasi schon vor der Tür. Es ist Anfang November und ich komm euch hier mit sowas. Isses denn die Möchlichkeit. Fast noch besser als Weihnachten ist aber doch irgendwie die ganze Zeit davor. Vor allem dieses Jahr. Denn letztes Jahr mussten, na gut: durften, mein Franzose und ich das Fest ausrichten. Und was so schön klang, so vielversprechend, was so nach Freiheit duftete und ein bisschen Anarchie ("Wir backen, was wir wollen, wir kochen, was wir wollen und überhaupt können wir ja alles so machen, wie wir lustig sind, ist das SUPER! Ich werd verrückt. Juchu, Champagner!"), das wuchs sich immer mehr zu einem riesigen Berg Arbeit aus. Dem Mount Everest ohne kling, Glöckchen, klingelingeling. Von wegen Champagner. Eher so Leitungswasser mit Trostkeks auf der Untertasse.


Irgendwann waren wir jeden Tag einkaufen, fürs Abendessen, fürs Festessen, fürs Plätzchenbacken, für Geschenke, für Deko, für brauchen-wir-das-überhaupt?-egal-ich-nehm's-mal-mit-sicher-is-sicher. Plötzlich wollten wir für jede Eventualität gerüstet sein. Wir merkten, dass ein Nussknacker, ein Apfelausstecher und richtige Platzdeckchen fehlten, dass wir keine Ahnung hatten, wie man eine Weihnachtsgans vorbereitet, füllt und brät, dass wir noch so gerne Playlists erstellen wollten und Menüs und dass die Kollegen im Büro wichteln wollten und zusammen einen Lebkuchen-Selbstbackversuch starten sowieso und, und, und. Uff. Ich frag mich immer noch, wo das alles herkam. Weil ich mir einbilde, ein entspannter Zeitgenosse zu sein. Wenn Mama alles zu viel wurde, gab's halt mal Kartoffelsalat zum Fest und mein Bruder und ich dekorierten die Tanne mit einem Panamahut. Bestes Vorbild. Alles easy. Hauptsache, wir waren zusammen und allen ging's gut. 


Um aber mal wieder den Bogen zum Anfang zu spannen: das Fest war trotzdem ein gutes. Die Tage bis zum Fest ebenso, und so wie letztes Jahr auch baue ich diesmal wieder einen Adventskalender, weil die Zeit vor Weihnachten spannend ist und man zu einer täglichen Ration Schokolade schlecht Nein sagen kann. Genauer gesagt baue ich denselben Kalender wie vor ziemlich genau 365 Tagen. Weil die Idee immer noch der Hammer ist und irre leicht umzusetzen. Und weil mich der Anblick dieses Chinamannkalenders wirklich jedes Mal zum Lachen bringt. Vielleicht kann ich auch dazu beitragen, dass einer von euch plötzlich richtig Lust bekommt, doch noch was auf die Beine zu stellen und einen Kalender zu basteln. Na gut: unweihnachtlicher geht's kaum noch!, mag man denken. Aber findet ihr nicht auch, dass die Farbkombination wirklich sehr traditionell ist und eine Pagode aus der Ferne ganz schön viel Ähnlichkeit mit der Form einer Nordmanntanne aufweist? Ha, siehste.



Asia-Nudelbox-Adventskalender

Ihr braucht:

- 24 Asia-Nudelboxen (meine waren von Amazon und letztes Jahr nur im 100er-Pack für 10€ erhältlich, es gibt sie mittlerweile aber auch hier einzeln und ganz in Weiß zu kaufen und hier sogar als Adventskalender-Bastelset angepriesen in passender Stückzahl)
- robustes Garn oder Baker's Twine in rot-weiß
- Schere

Und dann beginnt das Klöppeln. Um nicht alles durcheinanderzuwerfen, habe ich mich wie 2013 auch für zwei Girlanden à 12 Boxen entschieden. Der Kalender vom letzten Jahr war nämlich nicht mit Süßkram gefüllt sondern mit kleinen Überraschungen. Jeder konnte und sollte 40€ für seine 12 Take-Away-Nudelersatzpakete ausgeben und hinterher natürlich nicht seinen eigenen Kram auspacken. (Die Weihnachtsgeschenke fielen bei DER Vorlage logischerweise echt 'ne Nummer kleiner aus. Wir sind ja nicht Krösus!) Also eine Knotenwurst für ihn, eine für mich. Bei uns baumeln die Girlanden charmant und elegant von Gardinenröllchen gehalten von der Schiene. Die Boxen haben keine Zahlen zugewiesen bekommen, so bleibt's für beide spannend, weil keiner weiß, wann was kommt. Achtet beim Zusammenknoten außerdem darauf, den einzelnen Boxen genügend Platz zum Baumeln zu lassen, falls ihr es genauso machen wollt und den Kalender in luftige Höhen hebt. Ich sag es euch, das China-Schätzeken ist 'ne Augenweide! Beinahe moderne Kunst! Und jeder, der euch besuchen kommt, wird breit grinsen.


Na, und wenn der handarbeitliche Teil erledigt ist, dann lauft ihr natürlich noch los und deckt euch entweder mit viel lecker Schnuckerkrams ein oder bringt euren Kopf zum Rauchen und denkt euch die verrücktesten Kleinigkeiten für wenig Geld aus, die dem anderen eine Freude bereiten könnten. Tipps dazu gebe ich euch in einem der folgenden Posts. 12 kleine Geschenke in Nudelboxgröße zu durchschnittlich 3,33€ sind nämlich nicht mal eben so zusammengekauft. Zumindest ging es mir so. Wochenlang kritzelte ich Ideen in mein Notizbuch. Aber es macht Spaß, zu grübeln, querzudenken und - Achtung, super Wortwitz - Geschenke 'outside of the box' zu ersinnen. Und wenn mal was zum Verrecken nicht in die Box passen wollte, wurde das Ding kurzerhand versteckt und ein kleiner lustiger Hinweis auf einem Post-it am Nudelboxboden hinterlegt. Sowas Kryptisches wie "Wow, this is HUGE. And so very black, too!" Da ging es zum Beispiel um eine dieser quadratischen adidas-Taschen, die doch echt nur 3 oder 4 Euro kosten. Bei Karstadt in der Sportabteilung gefunden. Hin da! 


Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachbauen! Den werdet ihr ganz sicher haben. Und beim Auspacken erst! ...und jetzt erstmal ein Teechen. Oder einmal die 23 vom Chinamann? Hehehe. Mein Gott, mir knurrt der Magen. Diese Nudelboxen sind des Teufels.

Edit: Bei Caro von the purple frog findet ihr neben dem Link zu meinem eigenen noch cirka fünftausend weitere Adventskalender. Schaut mal vorbei.


Was gelernt?
 Weihnachten kann kommen, ich bin bereit!
Und: Da lauert ein Nudelboxfetisch in mir. Sowas spürt man doch.