Dienstag, 5. Mai 2015

Lauschangriff. Heute: Vitalstoffe im brennenden Kuchen.

Liebe Schnitzelfreunde,
ich bin ja fest entschlossen, den Lauschangriff zu einer Institution werden zu lassen. Ist zwar erst der zweite auf diesem Blog, aber das heißt ja nichts. Jeder fängt mal klein an. Der Lauschangriff wird wachsen und gedeihen. Vielleicht in Schüben, aber immerhin. Weil er Spaß macht. Und wenig Arbeit. Ich glaube auch nicht mehr daran, dass Alltags- und Situationskomik eines Tages mal aus der Mode kommt. Die geht einfach immer!

So. Kleines Anekdötchen voraus.

Wie ihr wisst, lernt mein Freund seit Wochen fleißig Deutsch. Manchmal mehr, manchmal sehr viel weniger begeistert. Das ist echt nachvollziehbar. Ich muss ganz ehrlich zugeben, ich hätte keine Lust, Deutsch zu lernen und bin sehr froh, es schon zu können. Danke, Mama und Papa. 

Eines Tages kam er jedenfalls nach Hause und meinte, wir seien bei einem Kollegen eingeladen, der würde auch Essen auf den Tisch stellen. Brennenden Kuchen. "Aha?", dachte ich, "also, diese Franzosen...da gibt es nicht nur langweilig Kuchen, da wird gleich alles angezündet. Find ich gut." Die machen noch was aus ihrem Essen. Dann kam mir die Sache komisch vor, also fragte ich auf Englisch nach. "So, there will be cake, and it is going to burn? Like, he is lighting it on fire right there?" Franzose zuckte mit aufgerissenen Augen mit den Schultern: "Euh...I guess so."

Als wir beim Kollegen ankamen, gewannen wir die Deppenmedaille. Denn natürlich gab es keinen "burning cake". Es gab Flammkuchen. Na ja. Haben wir natürlich niemandem erzählt. Wir sind ja nicht blöd, ne?! Heieiei. Dreisprachige Haushalte haben so ihre ganz eigenen Tücken.

Gut, ich merke gerade, dass die kleine Anekdote dem eigentlichen Lauschangriff den Rang abläuft. Aber das ziehe ich jetzt trotzdem durch. Also zum eigentlichen Lauschangriff.

Der findet heute im Büro statt. Da sitze ich komischerweise mit Leuten, die ernste Dinge tun und in maßgeschneiderten Anzügen aufrecht an ihren Schreibtischen sitzen. Aber so ein paar von denen, die sind lustig. Stellt euch kurz eine Situation vor. Es hatte eine Diskussion gegeben. Da ging es hin und her, Grundlegendes wurde diskutiert. Danach herrschte Stille. Die mit den rollenden Heuballen. Jeder hackelte wieder emsig auf seine Tastatur ein. Dann geht die Tür auf. Einer der Leute ohne maßgeschneiderten Anzug kommt rein, setzt sich auf seinen Stuhl, schaut sich irritiert um. Er war gerade zu Tisch. Ohne jeden Zusammenhang schüttelt er seinen kurzgeschorenen Schopf und sagt: "Also, Leute... Seit ich den Flammkuchen hier esse, habe ich viel volleres Haar!"

Großartig. Beinahe wäre ich unterm Tisch gelandet.

Was gelernt?
Flammkuchen hat Potential.
Und: nicht vom Äußeren aufs Innere schließen, ne? 

Kommentare:

  1. Jetzt habe ich Angst, dass bei euch in der Kantine gedopt wird. Halte dich fern!

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    1. Das halte ich für sehr wahrscheinlich und renne daher wie von dir empfohlen nur noch mit Tupperdöschen ins Büro. Wir sind ja nicht verrückt, ne?

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